EINE KULTURKRAFT, MIT DER MAN RECHNEN MUSS
Sich zu interessieren und einzumischen, das Althergebrachte zu bewahren und sich gleichzeitig für die Gegenwart zu engagieren, das Kulturerbe zu verwalten, aber dennoch auch daran zu denken, was man an Kinder und Kindeskinder hinterlässt.
Vielleicht klingt es seltsam, dass jemand, der sich um seine Geschichte kümmert gleichzeitig in seiner Gegenwart leben kann, doch das ist genau so, wie man das Engagement des Heimatverbandes definieren sollte.
Als die Menschen Ende des 19. Jahrhunderts vom Lande in die Städte zogen begann man einzusehen, dass vieles von dem althergebrachten Gemeinwesen der bäuerlichen Gesellschaft verloren zu gehen drohte. Der Gedanke, eine Gegenbewegung zu starten, tauchte auf und große Heimattreffen wurden veranstaltet. Das Interesse war erheblich und schon bald bildete man einen lokalen Heimatverein nach dem anderen.
Die wichtigste Zielsetzung für die Tätigkeit in diesen Vereinen war der
Wiederaufbau von alten Höfen mit allerlei Gebrauchtgegenständen der entsprechenden Region.
Die Heimatvereine stehen nicht selten für die Organisation von Veranstaltungen wie das Walpurgis- und Mittsommerfeiern, Heimkehrertage, Handwerkstage und weitere traditionsbedingte Aktivitäten.
Lokalhistorische Forschung sowie die Pflege der Kulturlandschaft und des Kulturmilieus sind Dinge, die ständig ablaufen, und die Heimatvereine spielen eine wichtige Rolle bei Diskussionen über die Gemeinde- und Straßenverkehrsplanung und nehmen nicht zuletzt aktiven Anteil an der allgemeinen Gesellschaftsdebatte.