DIE AUSDRUCKSFORM DES VOLKES
Schön und dennoch nützlich – so könnte man den Inhalt des volkstümlichen Kunsthandwerks als sowohl Volkskunst, Volkstracht, volkstümliches Kulturerbe oder auch als einen Teil unserer kulturellen Identität definieren. Die notwendigen Kenntnisse lassen sich nicht durch Lesen aneignen, sie werden durch praktische Handlung von Generation zu Generation weitergegeben.
Das volkstümliche Kunsthandwerk hat im Laufe der Jahrhunderte eine wichtige Einkunftsquelle für die Bevölkerung Dalarnas dargestellt. Während des 18. und 19. Jahrhunderts begab man sich auf die „Arbeitswanderung“, um weit weg, außerhalb der Landesgrenzen, die in Heimarbeit hergestellten und vielerorts gefragten Produkte wie Spankörbe, Webeblätter, Holzpferde, Klöppelspitzen, Haarschmuckstücke und vieles andere zu verkaufen.
Augenblicklich ist ein deutlicher Generationswechsel im Gange. Immer mehr junge Leute finden den Weg zum volkstümlichen Kunsthandwerk. Sie wollen mit ihren Händen arbeiten und Auslauf für ihre Schaffensfreude finden und hoffen natürlich auch, von ihrem Handwerk leben zu können. Dabei führen sie Traditionen weiter, die sie nicht selten in eine neue, spannende Formsprache übertragen und oft finden sie völlig neue Verwendungsbereiche für ihre Produkte.
Deshalb scheint es auch vollkommen natürlich, dass „Sätergläntan“ – die Schule und das Ausbildungszentrum für die Bewegung des schwedischen Volkskunsthandwerks – in Insjön nahe bei Leksand in Dalarna liegt. Die Schule ist ein weltweiter Treffpunkt für Jung und Alt mit dem Interesse für volkstümliches Kunsthandwerk und man trifft sich, um unter anderem an dem umfangreichen Angebot von Kursen und Ausbildungsprogrammen teilnehmen zu können.